246 Points for Germany – Lena holt den ESC nach Hause
31. Mai 2010 von: noneworldViele haben dran geglaubt, aber für möglich gehalten haben das, was am Samstag Abend in Oslo passiert ist, wohl die Wenigsten.
Nach 28 Jahren holt Lena mit ihrem Titel *Satellite* den Pott nach Hause – nach Germany! Mit sagenhaften 246 Punkten gewann sie mit einem schon unheimlichen Vorsprung den EuroVisionSongContest 2010.
Nun aber von vorn….
Ich bin ganz ehrlich, ich hatte eigentlich nicht vor, dem Spektakel beizuwohnen, da ich *Satellite* wirklich nicht mehr hören konnte. Der gesamte Medienrummel ging mir ebenso schon auf die Nerven und ich beschloss, meinen Abend mit Schatz gemütlich auf dem Sofa zu verbringen. Nur waren meine Kinder anderer Meinung und stellten den Fernseher dann doch an, um den ESC zu verfolgen. Also haben wir *notgedrungen* mitgeschaut.
Wir kämpften uns von Lied zu Lied und fanden sogar einige der vorgestellten Teilnehmer richtig toll. Die Türkei hat dieses Jahr mal eine ganz andere Richtung eingeschlagen, was mich ziemlich überraschte. Ich hätte da eher eine bauchwippende langhaarige Tänzerin erwartet, aber bekommen haben wir? Eine Verschmelzung von Metal und HipHop – kurz Manga genannt. Ich war positiv überrascht, deshalb ist Platz 2 auch mehr als gerechtfertigt.
Irgendwann nach der heimlichen *Auferstehung von TakeThat* ala Josh und einer wirklich tollen Darbietung von Island / Hera Björk
(die war wirklich spitze und liegt unverdient auf den letzten Plätzen) kamen wir zur Nummer 22 – Lena!
Gut, wir haben das Soundsystem hoch geschraubt und mitgemacht. Die Stimmung war nun mittlerweile auf dem Höhepunkt (dank Twitter
) und wir ließen sie ihr Ding durchziehen. Schiesslich ging alles seinem Ende zu und die Punktevergabe rückte immer näher.
Aber, und ich bin wirklich immer noch hin und weg – bis es zum Showdown kam, gab es eine tolle Beilage von Madcon ! Der Eurodance 2010 ! Und der hatte es in sich. Soviele tanzende Menschen in ganz Europa haben diese Showeinlage mehr als perfekt gemacht. Und wer sich das nochmal ansehen mag, Youtube hats auch schon
Nachdem Europa gerockt hat, ging es endlich los. Es wurden Punkte verteilt. Viele Punkte ! Und jede dieser Punktevergaben hat mich unheimlich viele Nerven gekostet. Es war schon fast schlimmer als bei der WM2006 – ganz ehrlich !
12 Points gab es von 9 verschiedenen Ländern, danke nochmal an Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Norwegen, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien !
Griechenland war der Meinung, uns nicht einen einzigen Punkt zu gönnen, die Reaktion darauf war eindeutig, die Hasswelle über Twitter lief Amok. Ich denke, wir sollten mit Frau Merkel nochmal ein ernstes Wort über etwaige Finanzhilfen wechseln (Vorsicht, Ironie)
Als 20 Stimmen abgegeben waren, wähnte ich uns schon am Ziel, als mein Schatz plötzlich meinte, das noch 19 Länder fehlen. Da wars vorbei. Mein Herz hing irgendwo zwischen Kniekehlen und Pobacken und meine Nerven waren schon ausgewandert.
Es wurde unterbrochen und die *Green Rooms* abgeklappert – allerdings hatte ich wohl einen Guckfehler, denn ich sah nur noch Blau.
Dann ging es weiter und die letzten 19 Länder gaben ihr Bestes. Das Punktekonto schwoll gefährlich an und ich glaube, es waren nur noch 8 Länder übrig, als Schatz nur noch meinte *Das wars, wir haben ihn!* – ein breites Grinsen zierte sein Gesicht und ich fing an, wie wild zu rechnen. Wahrscheinlichkeitsrechnungen sind mit nicht vorhandenen Nerven und starkem Herzklopfen allerdings unmöglich
Nach etlichen ungewollten Kürzungen meiner Fingelnägel, unruhigem Beingeschaukel und vielen Zigaretten später war´s dann soweit:
Deutschland gewann mit einem riesen Vorsprung und Hannover bebte. Hier war wirklich, ungelogen, die Hölle los. Gekreische, Gesinge, Geheule – und ja, selbst wir haben ein Tränchen vergossen
In Twitter kam die Timeline nicht mehr hinterher und der Hashtag #ESC quoll ebenfalls über. Ich habe mich allerdings gewundert, das ich trotz der vielen ESC-Tweets so gut wie niemanden als Follower verloren hatte. Lag aber vielleicht auch daran, das sich Jene Gegner des ESC rechtzeitig ausgeklingt hatten *grins*
Der ESC war geschafft, die Party konnte beginnen. Ich war fix und fertig
Allerdings möchte ich noch eines anmerken. Obwohl das alles ein wirklich tolles Erlebnis und Ereignis war, bin ich bis dato noch immer der Meinung, das es bei Lena ein Sieg der Sympathie war und nicht der Leistung. Denn es gab viele Beiträge, die perfekter waren. Meine Stimme ging übrigens nach Island. Und selbst wenn ich im Ausland gesessen hätte, ich hätte nicht für Deutschland gevotet.
Trotz allem hat mir die ESC Nacht gefallen und auf das vorbereitet, was uns ab Juni 2010 erwarten wird.
Die Fussball – WM 2010 …. und die Panik in mir macht sich schon breit ….

