Tim Burton´s Alice im Wunderland – Top-Flop 2010 – Filmreview
8. März 2010 von: noneworldWie angekündigt möchte ich Euch heute von meinem Kino Erlebnis, oder hier besser gesagt Reinfall, berichten.
Am Samstag Abend startete ich mit meinem Sohnemann Richtung Kino, um mir das lang ersehnte Remake des einstigen Klassikers *Alice im Wunderland* anzusehen.
Da Tim Burton Regie führte, versprach ich mir selbstverständlich eine Menge von diesem Film. Ist er doch einer meiner absoluten Lieblings-Filmregisseure!
Junior und ich waren natürlich viel zu früh im Kino angekommen, also vertrödelten wir die langen 60 Minuten Wartezeit mit einem Riesen Eimer Popcorn und jeder Menge Gesprächsstoff über den anzusehenden Film.
Entgegen aller Vorwarnungen, das sich dieser Film nicht lohnen wird, stieg meine Vorfreude von Minute zu Minute an. Dann endlich war es soweit, und wir begaben uns in den Kinosaal.
Wir haben die 2D Fassung genommen, da 3D Filme (leider) für mich aus diversen Gründen nicht möglich sind.
Anfangs wird man natürlich mit viel Werbung und Vorschau erschlagen, dieses Mal sogar OHNE GEZ Wahnsinn
und – schade auch – ohne Clash of the Titans Trailer …
Dann ging es endlich los…
Inhalt:
Die 19-jährige Alice, die stets von wundersamen Träumen heimgesucht wird, soll in einer Überrumplungsaktion mit dem langweiligen, nicht gerade hellen Hamish verlobt werden.
Völlig überfordert verlässt sie den Pavillion, in dem ihr Hamish den Antrag machen will und folgt einem kleinen weissen Kaninchen mit einer Taschenuhr, das ihr stets auf den Fersen war.
Schliesslich findet sie den Kaninchenbau, stürzt aber beim Reinsehen unglücklicherweise hinein. Sie landet in einem Raum mit vielen Türen, die sie erst durch kleine Wundermittelchen durchqueren kann.
Sie findet sich beim verlassen des Raumes im Wunderland wieder, sie begegnet wieder dem Kaninchen, einer Haselmaus, Diedeldum und Diedeldei – zwei äusserst kleine dicke aber ziemlich witzige Gesellen -, einer weisen Raupe namens Absolem, der Grinsekatze und schliesslich auch dem verrückten Hutmacher.
Man sagt ihr, das sie am Blumentag den Jabberwocky mit dem Schwert der weissen Königin töten muss. Bis sie allerdings dorthin gelangt, werden ihr von der roten (bösen) Königin viele Steine in den Weg gelegt.
Darsteller & deren Gesamteinschätzung:
Alice: Mia Wasikowska
(mir derzeit noch unbekannt)
- sehr lahme Darstellung einer doch so verrückten Alice, wirkte teilweise desinteressiert und irgendwie ermüdend. Sie gefällt mir einfach nicht …
Hutmacher: Johnny Depp
(Fluch der Karibik, Sweeney Todd, Public Enemies, …)
- man wollte ihn wohl nicht so lassen, er kommt einfach zu kurz, wirkt zu ruhig und macht seinem doch so bekannten Namen keinerlei Ehre. Mr. Depp, das war ein Schuss in den Ofen. Das Kostüm allerdings war mehr als genial !
Diedeldum & Diedeldei: Matt Lucas
(Little Britain)
überzeugend, wie immer, lustig und spontan – viel zu schade für diese Verfilmung. Man hätte ihm soviel mehr geben können.
Rote Königin: Helena Bonham Carter
(Sweeney Todd, Charlie & d. Schokoladenfabrik, Harry Potter 5-7, Henry VIII., Big Fish …)
- passend gewählt, sah mit ihrem doch so großem Schädel immer noch bezaubernd aus und strahlte in der bösen Rolle ! Deutsche Synchro ist natürlich die Stimme der Bellatrix aus Harry Potter & Sweeney Todd!
Herz-Bube Ilosovic: Crispin Glover
(Zurück in die Zukunft, Fantastic Movie, Legende von Beowulf, …)
- ich habe ihn nicht gleich erkannt, was wohl an der miesen Bildqualität ala Leinwand im Kino lag. Er war mir viel zu lieb. Ging gar nicht! Sein Talent schien ausgebremst worden zu sein. Sehr sehr schade.
Weiße Königin: Anne Hathaway
(Plötzlich Prinzessin, Der Teufel trägt Prada, Get Smart …)
- ok, sie ist eine wirklich tolle Schauspielerin, sah auch überzeugend aus, allerdings komme ich mit der Kombi weisse Haare und dicke fette schwarze Augenbrauen noch immer nicht klar *grins* – ansonsten perfekt!
Sprechrollen:
Absolem: Alan Rickman
(Harry Potter 1-7, Sweeney Tood, Bottle Shock, Dogma, Snow Cake, Tatsächlich Liebe …)
- perfekt gewählt, selbst die deutsche Synchro bekam die Rickman Stimme – WUNDERBAR! Da klingt selbst die Betitelung der Alice als *dummes Ding* hoch äääääroooootüsch
Weißes Kaninchen: Michael Sheen
(The Queen, Underworld, The Damned United, New Moon …)
- ich sehe kleine weisse Kaninchen, immer wieder – ihr auch? Sie reden!!!! Er tats auch – einfach toll
Bayard (Hund): Timothy Spall
(Sweeney Todd, Harry Potter 4-7, Last Samurai …)
- kurz und knapp – den Hund fand ich einfach nur doof ![]()
Jabberwocky: Christopher Lee
(Star Wars, Herr der Ringe, Charlie & d. Schokoladenfabrik, Die purpurnen Flüsse I&II …)
- das Böse in der Stimme vorhanden, wurde auch überzeugend rübergebracht. Allerdings musste ich erst googlen, ich wusste nicht, das Lee die Sprechrolle übernommen hat.
Gesamteinschätzung Filminhalt:
Ja, hier wirds sehr sehr schwer. Lobe ich Tim Burton Filme doch sonst in den höchsten Tönen, schaffe ich es hier gar nicht erst auf die Tonleiter …
Inhaltlich komplett daneben. Die Handlung weicht zu sehr ab vom Original. Die Darsteller überzeugten, bis auf wenige Ausnahmen, absolut gar nicht. Es kommt dem Zuschauer so vor, als möchten alle Darsteller ihr Bestes geben, aber man hindert sie dran.
Zum Ende des Films sieht es schon fast danach aus, als möchte man einfach nur fertig werden. Viele Charactere fehlten, viele wurden dazu erfunden.
3D mäßig dürfte es sehr nett anzusehen sein, wenn Alice ins Loch fällt, oder Diedeldum & Diedeldei vom riesigen Vogel davongetragen werden. Ansonsten gab es nix, was mich aus dem Kinosessel rausgeholt hätte.
Von der Kostümauswahl her gibt es nichts zu bemängeln, alles ist bunt gehalten und sieht auch sehr witzig aus. Der Hutmacher hätte nicht besser angezogen werden können.
Tricktechnisch war ich enttäuscht, denn selten habe ich sowas Mieses gesehen. Lag aber vielleicht auch wieder nur an der riesigen Leinwand. Man hat sich keine wirkliche Mühe gegeben. Ausschliesslich die Umgebung im Wald selbst war hervorragend. So wie man sich das Wunderland eben vorstellt.
Musikalisch unterlegt wurde Alice im Wunderland von Danny Elfman, schon bekannt aus anderen Burton Filmen. Ich fand sie auch sehr ansprechend.
Fazit:
Für mich wird dieser Film nicht in meiner Burton Sammlung auftauchen, denn ich bin bitter enttäuscht. Für wahre Alice Fans ist der Film nicht gemacht, da die Gesamtgeschichte zu sehr eigene Bahnen zieht.
Ich möchte für das Gesamtwerk demzufolge nur 5/10 möglichen Schachfiguren vergeben.

Interessant. Ich will mir den Film ja auch noch ansehen und hab jetzt schon verschiedenste Meinungen dazu gelesen. Auf jeden Fall werde ich mir selber ein Bild machen, zum Glück kann ich ihn auch in 3D gucken, mir macht es keinerlei Probleme.
Zur der zu sehr abweichenden Geschichte muss ich aber noch was fragen: Der Film spielt doch nach dem eigentlichen Alice im Wunderland und handelt von ihrer Rückkehr dorthin, oder? Also muss doch die Handlung neu und anders als im Buch sein?!?
Ich hatte es befürchtet. Auf den Film freu ich mich schon länger, Story gibt eine Menge her, 3D Technik rundet das ganze perfekt ab…wenn’s denn was geworden wäre. Nach deiner Beschreibung (und vielen anderen die NICHT 3D gesehen haben) ist das ja ein ganz schwacher Film der nicht lohnt. Dagegen sagen die die es mit 3D gesehen haben das er so schlecht nicht ist. Also wohl ähnlich wie Avatar, schwache Story, starke Bilder. Schade, hätte echt ein Top-Film werden können.
@Grassi2000:
die Handlung spielt nach den Erlebnissen als Kind, sie hat alles vergessen, träumt allerdings noch immer davon. Richtig. Aber dennoch fehlen viele Aspekte, die einem *Neuling* in die Irre führen. Burton hat zuviel dazugextet, Charactere erfunden und andere dafür weggelassen. Das bringt den Film zu schnell ans Ende, ohne das der Zuschauer weiss, was überhaupt los ist. Lediglich ein paar Sequenzen in der Filmmitte erzählen die Geschichte der kleinen Alice.
3D empfehle ich unbedingt, denn ich denke, das gerade das den Film sehenswerter macht.
@Sven:
Also wenn ich Avatar mit Alice vergleiche, dann gewinnt Avatar definitiv – selbst in 2D. Manchmal finde ich es echt blöd, das ich nicht in den 3D Genuß kommen kann ….
Na zumindest die Musik bei Alice ist perfekt. Und die habe ich auch gleich geordert.
@noneworld:
Ich geh ja als nicht Alice-Fan völlig unvoreingenommen an den Film ran, ich hab das Buch nie gelesen. Mal sehen wie der Film auf mich wirkt, ich werd auf jeden Fall was dazu schreiben. Gucke ihn aber erst nächste Woche, dauert also noch.
Ich hab ihn nicht gesehen, aber einiges darüber gelesen. Fakt ist: Es ist eine FORTSETZUNG von Alice im Wunderland. Also sind vom original Stoff nur die Charakter geblieben. Aber das das Burton so schlecht umsetzt hätte ich wirklich nicht zu träumen gewagt. Na, wieder mal Geld gespart….
WOOW… Harte Kritik… Viele behaupteten, dass Alice an Avatar rankommen wird und in meinen Augen hat Avatar neue Maßstäbe im Bereich 3D und Farbtiefe gesetzt…
…doch nach Deinem Beitrag überlege ich, diesen Film nicht mehr im Kino anzusehen sondern zu warten, bis der Film irgendwann im FreeTV läuft…